Roger am Tortour Sprint 2018

Eine Woche nun ist vergangen, die vielen Eindrücke verarbeitet und die Möglichkeit gekommen, das Ganze mit ein bisschen Distanz zu betrachten.

Der Entscheid zum 1. Mal an der Tortour teilzunehmen fiel mir mit dem vorhandenen Profil Sprint mit 390km (unbegleitet) eigentlich erstaunlich leicht. Als Saisonziel geplant versuchte ich- nebst meinen familiären und anderen Verpflichtungen- eine möglichst optimale Vorbereitung umzusetzen, welche- so scheint mir- recht gut gelang. Trotzdem kamen ab und zu Zweifel auf. „Schaffst Du das?“ fragte ich mich nicht nur einmal .

Well, in Schaffhausen angekommen, mit dem Camper eingerichtet und auf den Prolog vorbereitet kam die erste Nervosität aber auch die Vorfreude auf. Am Prolog selber weiss ich nicht mehr genau ob ich vor- oder nach den 800 Meter Speed am Rheinfall den höheren Pulsschlag hatte . Die herausgefahrene Startzeit für Freitagmorgen war dann 04.02h.
So nam ich am Freitagmorgen genau um 04.02h voller Vorfreude und Erwartungen die 390km unter die Räder. Die ersten 100km vorbei am Bodensee Richtung St. Margrethen wurde begleitet mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Die zweiten 100km Richtung Buchs- Walenstadt wurden dann eher begleitet von teils heftigem Gegenwind. Als Solofahrer war „Windschättele“ untersagt, wurde mit Zeitstrafen geahndet und so schlängelten sich einzeln fahrende Athleten in schönem Abstand schliesslich Richtung Kerenzerberg hinauf und weiter nach Netstal hinunter. Endlich fingen dann die „langersehnten“ richtigen Steigungen an . Klönthal und Pragelpass waren das Dach des TortourSprints und entsprechend forderten diese 2 Aufstiege auch bei mir ihren Tribut. Den Rythmus behalten, nicht überdrehen und kontinuierlich die Aufstiege meistern- das war das Ziel. Das gelang ganz gut. Die Abfahrt dann nach Muotatal ist mit abenteuerlich noch schmeichelhaft umschrieben. Eine schmale und steil abfallende Strasse, übersät mit Schlaglöchern und Flicken, welche Dir die Carbonfelgen mit einem Schlag zunichte machen konnten und somit das „game over“ bedeutete. Vor dem 2. Teil der Abfahrt gönnte ich meinen mittlerweile heissgelaufenen Laufrädern eine kurze Pause, denn ich wollte unbedingt einen Defekt vermeiden. Schliesslich bin ich unten wohlauf angekommen. Vor diesem Teilstück hatte ich den grössten Respekt! Das Muotatal schnell hinter mir gelassen gings dann über Schwyz-Steinerberg weiter zum Sattelpass. Dort 140km vor dem Ziel kam dann der Hammer. Die Hitze und der Umstand nicht mehr Essen zu können machten meinem Organismus zu schaffen. In Sattel-Dorf gönnte ich mir ein 15′ Powernapp um den Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine Cola und ein Koffeinbooster später nam ich den Weg wieder auf mit dem Ziel, die letzte Timestation bei Km 311 in Bauma ZH zu erreichen. Pfäffikon erstaunlich schnell erreicht gings über den Seedamm nach Rapperswil und weiter Richtung Wald ZH. Dort- kurz vor Fischenthal- kam das Gewitter . Bergauf kam mir doch tatsächlich ein Fluss entgegen . Völlig durchnässt, zähnklappernd und schlotternd vor Kälte kam ich schliesslich in der letzten Timestation an. Trotz den wiedrigen Umständen konnte ich aber wieder Nahrung zu mir nehmen und die Fahrt-nachdem der Regen ein bisschen nachgelassen hatte- nach gut 15′ wieder aufnehmen. Bis der Körber wieder auf Betriebstemperatur kam, vergingen allerdings ein paar „schlingernde“ Km. Schlotternd war de Lenker einfach nicht ruhig zu halten. Aber 75 km vor dem Ziel stand eine Rennaufgabe grad gar nicht zur Diskussion . Und es ging von Minute zu Minute besser. Es trocknete ab und der Motor lief super. Über Turbenthal-Wiesendangen durchfuhr ich Thalheim an der Thur und wusste nur noch ca. 30km vor mir. Ab jetzt genoss ich es richtiggehend, zwar musste ich haushälterisch mit den Kräften umgehen, liess es aber trotzdem rollen und konnte auf der Fläche vermehrt wieder mit mehr Speed fahren. Ein wirklich geiles Gefühl. Mit einem RiesenSmile im Gesicht drehte ich schliesslich in Schaffhausen in die Zusatzschlaufe- und fuhr 12km später nach ingesamt 17h14″ überglücklich und überwältigt in der IWC-Arena ein :):).

Worte für das Gefühl nach der Zielankunft zu beschreiben- ich weiss nicht- es ist schwierig zu fassen. Auf jeden Fall- sehr, sehr emotionale Kraftmomente. Man muss es erlebt haben.

Auf ein Neues!

Schliesslich möchte ich mich bei allen bedanken, welche mich auf irgend eine Art und Weise unterstützt haben. sei es über Sozialmedia oder persönlich. Es hat mich sehr gefreut, motiviert und ab und zu zum Schmunzeln gebracht.
Der grösste Dank geht allerdings an meinen Schatz Sabi. Sie hat mich immer unterstützt, hatte Verständnis, hat mitgelitten und mitgefiebert und ganz besonders fest an das Ziel geglaubt. DANKE!!

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