Portrait von Matthias Hug im Stadtanzeiger

Das Portrait von Matthias ist zwar bereits im Dezember im Stadtanzeiger erschienen, aber für alle die es verpasst haben:

IM GESPRÄCH
16.12.2015

«Freude liegt im Kampf und im Wagnis»

Matthias Hug Stadtanzeiger

Dank seiner Tätigkeit als Mechaniker kann Matthias Hug vieles an seinen Velos selbst reparieren. (Bild: B. Beyeler)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Matthias Hug Der ehrgeizige Mountainbiker aus Trimbach trainiert nebst seinem Fulltime-Job rund 15 Stunden in der Woche.

BÉATRICE BEYELER

Seit seiner Kindheit spielt Sport für den 30-Jährigen eine wichtige Rolle in seinem Leben. «Ich bin mit meinem zwei Jahre älteren Bruder bei unserem Vater in Trimbach aufgewachsen», berichtet Matthias Hug. Zu dritt waren sie häufig mit den Fahrrädern unterwegs. Sein Bruder begann vor Hug, intensiv zu trainieren. «Für mich war der Sport für lange Zeit eher eine Nebensache», erinnert sich der 30-Jährige. Erst 2009 begann er mit regelmässigen und leistungsorientierten Trainingseinheiten. «Unsere Eltern haben mich und meinen Bruder stets unterstützt, jedoch nie zum Spitzensport gedrängt», hält Hug fest.

Trainingslehre

«Im Alter von 24 Jahren begann ich relativ spät mit dem leistungsorientierten Training», erklärt Hug. Die sogenannte Trainingslehre habe ihn aber schnell weit gebracht. «Diese Lehre interessiert mich sehr, dasie viele Aspekte des Sports berücksichtigt», so der Mountainbiker. «Noch heute befasse ich mich regelmässig damit», stellt er klar. Doch wie kam er 2009 plötzlich dazu, leistungsorientiert zu trainieren? «Ich dachte mir, wenn ich schon Sport mache, dann auch richtig», erklärt Hug schmunzelnd. Spass und Motivation seien aber nach wie vor unabdingbar. Die Hauptsaison dauert für die Biker von April bis Ende September. «Pro Jahr nehme ich an rund 15 Rennen teil und lege bis zu 15’000 Kilometer zurück», berichtet der Athlet. Hug startet am liebsten bei Marathonrennen. Diese sind 70 bis 120 Kilometer lang. «Die Ausdauerrennen geben mir einen grösseren Kick. Man leidet und leistet mehr», erklärt er

Treffpunkt Suppenstube

Nebst seiner Mitgliedschaft beim Bike Club Olten trainiert Matthias Hug regelmässig mit einer Gruppe von Freunden. Auch sein Bruder ist stets mit von der Partie. «Wir treffen uns regelmässig in der Oltner Suppenstube.» Im letzten Sommer hatte die Trainingsgruppe einen besonderen Einfall: Für jede Stunde hartes Training durfte man sich eine Kugel Glace gönnen. «So kam bis Ende des Sommers doch einiges an Kugeln zusammen», meint Hug lachend. Dass viele seiner Kollegen selbst als Biker aktiv sind, stellt für den Trimbacher eine grosse Motivation dar. «Natürlich fordern wir uns gegenseitig heraus und wollen besser als die Anderen sein», erklärt er. Auch mit seinem Bruder misst er sich häufig. «Wir trainieren viel zusammen und starten auch gemeinsam an Wettkämpfen.»

Zu spät für Spitzensport

Matthias Hug arbeitet in einem 100-Prozent-Pensum als Mechaniker bei der Stadt Olten. «Ich repariere die Fahrzeuge der Stadt, vom kleinen Putzmobil bis zu den grossen Fahrzeugen», erklärt der gelernte Lastwagenmechaniker. Zuvor war er im Raum Aarau tätig. «Der kürzere Arbeitsweg war ein entscheidender Punkt, nach Olten zu wechseln. Denn so kann ich stets mit dem Velo zur Arbeit fahren», erklärt Hug. Ausserdem sei sein Arbeitgeber sehr kulant, was seine Absenzen bei Trainings oder Rennen betrifft. Ob er sich denn vorstellen könnte, für den Sport weniger zu arbeiten? «Dafür ist es zu spät», winkt Hug ab. Mit 30 Jahren mache es keinen Sinn mehr, noch auf die Karte Spitzensport zu setzen. «Könnte ich die Zeit um zehn Jahre zurückdrehen, würde ich viel früher mit leistungsorientiertem Training anfangen und wohl auf den Profisport setzen», überlegt der 30-Jährige. Ab und zu bereue er durchaus, erst spät mit dem Sport angefangen zu haben. Doch er müsse die Situation so akzeptieren, wie sie ist.

Grosse Leidenschaft

Seine Begeisterung für den Sport und insbesondere für das Biken merkt man Matthias Hug rasch an. «Mein Ziel ist es, möglichst häufig vorne mitzufahren. Doch noch wichtiger ist für mich das Wissen nach dem Rennen, dass ich alles gegeben habe», erklärt er. Er lebt nach dem Grundsatz: Freude liegt im Kampf, im Wagnis, in der Leidenschaft und nicht im Siegen. Zurzeit wohnt Hug alleine in Trimbach. Eine potenzielle Partnerin müsste sich mit seinem intensiven Hobby und den regelmässigen Trainings abfinden. «Ideal wäre natürlich, wenn sie sich ebenfalls für Sport begeistern könnte», meint Hug lachend.

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