Everesting

Sie haben es getan: Michael Käser und David Tschan absolvierten am 23. Juli ihr erstes Everesting. Das heisst: 8’848 hm an der immer gleichen Steigung – also rauf und runter. Die totale Zeit betrug 18 Stunden und 8 Minuten, womit der Rekord von Contador um lediglich 10 Stunden verpasst wurde… Ein Erlebnisbericht von Michael Käser.

Die Challenge

Vor rund zwei Wochen erzählte David von der Everesting Challenge. Dabei gilt es an einer selbstgewählten Steigung durch x-maliges Hoch- und Runterfahren 8’848 Höhenmeter zu bezwingen. Wir entschieden uns für die Steigung von Hauenstein in Richtung Froburg. In Zahlen: 1.2 km lang, 103 Höhenmeter, 9% im Schnitt bis maximal 19% steil. Das Datum der Challenge kann frei gewählt werden.

Gestartet im Dunklen, beendet im Dunklen

Der Tag begann mit dem Weckruf um 3:00 Uhr, so dass wir pünktlich auf 5:00 Uhr starten konnten. Wir waren ohne Supporter unterwegs. Entsprechend stellten wir unser Auto vollgepackt mit Verpflegung auf dem höchsten Punkt ab. So begannen wir im Dunkeln unsere „Runden“ zu drehen. Mit der aufgehenden Sonne wurde es Runde um Runde heller. Die erste Hälfte verlief erstaunlich gut. Wir haben uns optimal verpflegt und genügend getrunken. Und als uns die BCO Kollegen Dominik, Mätthu, Ändu und Roman besuchten und uns eine Weile begleiteten, gab dies noch mal eine guten mentalen Schub. So hatten wir die Hälfte in „sagenhaften“ 7h absolviert.

Harte zweite Hälfte

Die 2. Hälfte war danach im mentalen und physischen Bereich sprichwörtlich von Höhen und Tiefen durchzogen. Für mich war immer die Frage, wann kommt der berühmt berüchtigte „Hammermann“. Meine Bestleistung bis jetzt war 5’000 Höhenmeter an einem Tag, so wusste ich nicht was danach passieren könnte. Es kam dann soweit, als ich und David bei ca. 6’000 Höhenmeter beide ziemlich erschöpft waren und uns 45 min hinlegten mussten.Wir hatten beide gemerkt wie hart es wird, aber wir haben uns immer wieder gegenseitig motiviert, dass wir es packen können. Ein grösseres Problem kündigte sich nach über 10 h Fahrzeit an. Wir wussten, dass wir Essen müssen, kriegten aber so gut wie nichts mehr runter. Nach unserer grösseren Krise entschieden wir uns das wir eine Pace von 5 Runden anschlagen und dann ca. 15-20 min Pause machen, um unsere Muskeln zu entspannen. Als wir in die Nähe von 7’000 Höhenmeter kamen und dann der BCO’ler Stefan uns für 4 Runden begleitete, uns gut zu redete und uns von den ganzen Strapazen ablenkte, gab dies nochmals den mentalen Boost, den wir beide dringend benötigten haben. Mittlerweilen lachten ich und David uns stillschweigend an und dachten nur noch, was wir hier eigentlich machen. Aber ans Aufhören wollten wir beide nicht denken. Die letzten 10 Runden und somit ca. 1’000 Höhenmeter fuhren wir am Stück und es wurde mittlerweile auch wieder Dunkel. Jeder war in seinem Tunnel die Atmung wurde schwerer und es wurde nicht mehr miteinander geredet.

86 Mal Happy Castle Climb

Im Moment, als wir die Marke 8’848 Höhenmeter bezwungen haben, indem wir 86 mal den Berg hoch und runter fuhren, kam nur ein „kleines Yeah wir haben es geschafft“ über unsere Lippen. Es war keine Kraft mehr vorhanden um emotional zu werden. Die Fahrzeit betrug 14 Stunden 35 Minuten. Unterwegs aber mit all den Pausen waren es 18 Stunden. Es war ein sensationeller, harter Tag. Es ist immer wieder faszinierend, was der Körper zu leisten vermag. Und ob ich es jemals wieder machen würde? Sag niemals nie….

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