Ändu am Nationalpark Bike Marathon

Am 26. August startete ich zum Nationalpark Bike Marathon. Ich fuhr dieses Jahr die Livignasco Strecke von Livigno nach Scuol, dabei galt es 66 km und 1871 Höhenmeter zu bewältigen und gleich zu Beginn über den Chaschauna Pass. Nach einer guten Vorbereitung, ich war schon die ganze Woche in Ftan im Höhentraining, fühlte ich mich am Morgen vor dem Rennen Topfit.

Wegen meiner guten Vorjahresklassierung durfte ich mich in der ersten Startreihe aufstellen. Um Punkt 07:45 Uhr erfolgte der Startschuss. Ich setzte mich sogleich an die Spitze und schlug schon ein relativ hohes Tempo an, um zu schauen wie stark die Konkurrenz ist.

Nachdem das Valle di Federia bewältigt war ging es in den berühmt-berüchtigten Anstieg zur Chaschauna, 651 Höhenmeter auf nur 3.8 Kilometer verteilt! Ich fuhr hier mit einem anderen Fahrer in einer 2er Spitze gefolgt von ca. 6 weiteren Fahrern, dahinter war schon ein grosses Loch aufgerissen.

Die 1*12 Schaltung zahlte sich nun zum ersten Mal richtig aus, mit dem grossen 50er Kettenblatt konnte ich, bis auf einen kurzen Abschnitt ganz zuoberst, alles fahren.

Ich ging als erster in die technische Abfahrt vom Chaschauna und konnte mich gleich ein wenig absetzten. Der Trail war in diesem Jahr extrem ausgewaschen und deshalb nicht einfach zu fahre. Unten am Trail angekommen musste ich noch einen Kuhhag öffnen.

In der Abfahrt nach Zernez wurde ich dann von 2 Konkurrenten eingeholt. Die zwei jungen Fahrer puschten in jeder Gegensteigung mächtig! Ich hörte wie sie sich auf Rumantsch unterhielten, vermutlich schmiedeten die zwei Bündner einen Plan. Nach der gefühlten 10 Attacke von ihnen musste ich abreissen lassen. Ich hatte nun einen konstanten Rückstand von ca. 50 Metern und dacht mir dieser Zug ist abgefahren, da sie auf dem Flachstück nach Lavin zu zweit eindeutig im Vorteil sind.

Doch die von Mätthu erlernten Rollerqualitäten sollten sich auszahlen und so Schloss ich zu meinem und ihrem Erstaunen wieder zu den zwei Fahrern auf. Die restliche Strecke nach Lavin führte ich die Gruppe an, da die anderen zwei nicht mehr führen wollten..

Gleich zu Beginn der Schlusssteigung in Lavin drückte ich noch einmal mächtig aufs Tempo und so konnte nur noch einer folgen. Mit konstant hohem Tempo fuhren wir weiter bis Ftan, der andere Fahrer blieb mir aber stets am Hinterrad. In Ftan schnappte ich mir noch ein Cola, genau in diesem Moment griff der andere Fahrer an, somit ging ich an seinem Hinterrad als zweiter in die Schlussabfahrt. In einer Kurve verlor ich ein wenig den Gripp und hatte nun einen kleinen Rückstand den ich bis ins Ziel nicht mehr aufholen konnte.

Somit wurde ich Overall 2er und Sieger in der Fun 2 Kategorie!

Der Nationalpark Marathon war wieder ein super Erlebnis und ich werde nächstes Jahr bestimmt wieder am Start sein, aber nächstes Mal fahre ich eine der längeren Strecken.

4 Replies to “Ändu am Nationalpark Bike Marathon”

    1. Ja, wenn man etwas nicht weiss, muss man fragen und zwar sofort, sonst vergisst man es wieder. Kuhhag ist ein Mundartausdruck, andere sagen „Kuhgitter“. Das ist auf gut deutsch gesagt ein Tor, das einem Zutritt zu einer eingezäunten (eingehagten) Weide verschafft
      Hoffe, gerne mit dieser Info geholfen zu haben

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